Mehrgenerationen Wohnen
Es ist ein Geben und ein Nehmen in unserem Leben.
Niemand kann alleine leben, schon gar nicht im Alter, auch eine junge, allein erziehende Frau kann nicht alleine klar kommen, wenn sie arbeiten gehen will, weil sie muss. Wer ist dann für die Kinder da? Das könnten Senioren sein, die bereit sind, auch mal bei den Hausaufgaben zu helfen oder mal abzufragen für Tests und mittags etwas Warmes auf den Tisch zu stellen.
Im Gegenzug könnten die Jugendlichen für die Senioren einkaufen gehen oder die Fenster putzen und saugen und sie auch mal nach draußen oder zum Arzt begleiten.
Auch können junge Leute viel von älteren Menschen lernen, Gelassenheit oder das Miteinander.
Jeder ist für jeden da! Das wäre die beste Lösung unseres Generationsproblems, denn nur so ist es wahrscheinlich möglich, in 30 Jahren ein zufriedener alter Mensch zu sein, und weil das so ist, müssen wir heute schon anfangen, über Mehrgenerationenwohnen nachzudenken. Nur so werden wir dem Problem der zunehmenden Veralterung unserer Bevölkerung entgegenwirken können, ohne den finanziellen Holocaust der Krankenkassen und Pflegeversicherungen zu erleben.
Es wird eine Schwierigkeit sein, ein Mehrgenerationenwohnen rechtlich auf die Füße zu stellen; man wird das Heimgesetz überdenken müssen und auch die ambulante Pflege nicht mehr so oft in Anspruch nehmen. Die Kassen würden entlastet, wenn sich Menschen um Menschen kümmern, die früher, als es noch ging, für einander da waren, diese Menschen tun es dann gerne und voller Achtung und Respekt dem Anderen gegenüber, was heute in Altenheimen oder bei Pflegediensten mitunter nicht der Fall ist. Die Zahlen der verwahrlosten Alten alleine zu Hause oder in Heimen sprechen für sich. In Heimen haben die Pflegekräfte nicht mehr die Zeit, sich um den Einzelnen zu kümmern, es wird versorgt, aber nicht umsorgt. Das ist wie ich meine ein Unterschied.
Beim Mehrgenerationenwohnen ist das anders, weil jeder für jeden da ist, und die, die nicht mehr können und versorgt werden, waren vorher für andere da. Das ist der natürliche Kreislauf des Lebens, den es früher schon immer gab, heute müssen wir ihn herbeiwünschen. Ich hoffe für mich und meine Generation, dass ich in 30 Jahren, wenn ich 70 bin, das erleben darf, ein Mehrgenerationenwohnen in jeder Stadt.
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